zuk. Oberbürgermeister Oliver Schill, zuk. Stadtrat Tim Appelt, Amphibienrettung

Olli Schill beim Krötenretten

Oberbürgermeisterkandidat Oliver Schill ließ sich von Stadtratskandidat Tim Appelt das Krötensammeln zeigen. Jedes Frühjahr helfen ehrenamtliche Naturschützer den Erdkröten über die zahlreichen Hindernisse auf ihrem Weg zum Kaiserweiher, ihrem Laichgewässer. Dieses Jahr sind aufgrund des milden Klimas die Amphibien besonders früh dran und die Krötenretter freuen sich über Unterstützung.

Entlang der Dr. Gutermann-Straße und der Kemnaterstraße haben sie Krötenzäune installiert und dahinter Eimer eingegraben, so dass die Kröten, die die Zäune nicht überqueren können und den Zaun entlang laufen, irgendwann in einen Eimer fallen. Von dort und von den Zäunen sowie von den Straßenrändern Richtung Fachhochschule, wo das Aufstellen von Zäunen schlecht möglich ist, werden die Kröten abends und morgens von insgesamt ca. 30 Freiwilligen des Bund Naturschutz aufgesammelt, über die Straße zum Kaiserweiher getragen und dort freigelassen.

Kaiserweiher ist eins der wichtigsten Biotope in ganz Schwaben

Der Kaiserweiher ist ein überregional wichtiges Großbiotop, in dem sehr viele Erdkröten ablaichen. Er ist sehr wichtig als genetischer Speicher und liefert immer wieder Individuen, die kleinere Biotope in der Umgebung besiedeln. Stirbt die Population am Kaiserweiher oder werden wegen rücksichtsloser Bebauung die Wege für die Kröten unüberwindbar, so ist auch ein ganzes ökologisches Netzwerk kleinerer Biotopen unmittelbar betroffen – und bald unwiderruflich verloren.

Es gibt immer wieder Probleme, berichtet Tim Appelt, der seit mehr als 10 Jahren beim Krötensammeln mitmacht und jetzt für den Kaufbeurer Stadtrat kandidiert. So funktionieren weder die Gulliabdeckungen, noch die fest eingebauten Krötenleitsysteme der bisherigen Bebauungen um den Kaiserweiher. Er ist selbst erst 20 Jahre und damit über die Hälfte seiner bisherigen Lebenszeit jedes Jahr zum Erhalt der Amphibien am Kaiserweiher aktiv. Andere Mitstreiter*innen gehen seit 30 Jahren bei Wind und Wetter die Krötenzäune und die Straßen ab, um jährlich Tausende von Kröten zu retten, bevor sie auf der Straße landen und überfahren werden. Die Aktiven um Otto Mayr vom Bund Naturschutz Kaufbeuren/Ostallgäu und Monika Appelt, der Naturschutzreferentin vom Deutschen Alpenverein Kaufbeuren-Gablonz kümmern sich dabei auch ehrenamtlich um das Monitoring des Ökosystems Kaiserweiher – eigentlich eine städtische Aufgabe.

Wird der Kaiserweiher komplett zugebaut?

Vergangenen Herbst dann der Nackenschlag für alle, die sich seit Jahrzehnten tatkräftig um den Schutz und die Pflege des Biotops einsetzen: Der letzte noch freie Wanderkorridor für Amphibien zum Kaiserweiher soll auch noch zugebaut werden – und dann auch noch im „beschleunigten Verfahren“, bei dem auf die gerade hier besonders dringend notwendigen Umweltprüfungen einfach verzichtet wird. Unter den Amphibienrettern glaubt niemand den Versprechungen der aktuellen Stadtoberhäupter, man würde auch ohne Umweltprüfungen ausreichend Rücksicht auf die Natur nehmen.

Auch das erste Neubaugebiet am Kaiserweiher sollte schon amphibienfreundlich gebaut werden. Eine Kontrolle der versprochenen Maßnahmen fand allerdings nicht statt, berichtet Tim Appelt: So gibt es jetzt beispielsweise durch Randsteine, unabgedeckte Lichtschächte und ungeeignete Gullis im Wohngebiet viele – oft tödliche – Hindernisse für die Erdkröten, die auf ihrer Laichwanderung durch das Neubaugebiet wandern. Wenn die Amphibien etwa versuchen, diese Gullis zu überqueren, fallen sie durch und direkt in die Kanalisation, wo sie weggespült werden und sterben.

Tim Appelt: „Die Stadt sagt, dass das neue, geplante Baugebiet oberhalb des Kaiserweihers amphibienfreundlich gemacht werden soll. Aber das glaube ich der Stadt nicht, da sie das schon beim ersten Neubaugebiet gesagt hat und dort reihenweise Kröten verendet sind. Nur wenn sich politisch grundsätzlich was ändert bei den Kommunalwahlen, glaube ich, dass es diesmal anders sein wird. Deshalb trete ich für den Stadtrat an.“

Oliver Schill: mehr Respekt vor Engagement, Naturschutz ernst nehmen

Seit Jahrzehnten versuchen Naturschützer*innen ehrenamtlich und tatkräftig zu retten, was noch zu retten ist. Oliver Schill verspricht, als Oberbürgermeister so ein herausragendes Engagement deutlich stärker zu würdigen. Das beschleunigte Verfahren hatte die grüne Fraktion selbstverständlich ohnehin abgelehnt. Doch nicht zuletzt die Ortsbegehung zeigt, dass es um mehr geht als Umweltprüfungen und Krötenleitsysteme. Die zahlreichen Kröten, die sich auf dem Fachhochschulparkplatz oder den Straßen zur Balz versammeln, brauchen ganz konkreten Schutz durch tatkräftige Hilfe – und ein grundsätzliches Umdenken im Stadtrat, sodass Naturschutz in Zukunft seriös und fachkundig in den Entscheidungen berücksichtigt wird.

Wer wie Oliver Schill – und vor allem Tim Appelt, Chrissi Myrtsidou-Jung, Mara Ziemke u.v.m. – beim Krötenretten mitmachen will, darf sich gerne melden bem Bund Naturschutz Kaufbeuren-Ostallgäu. Die Krötenretter suchen weitere Helfer- und Unterstützer*innen.

Weitere Informationen und Kontakte:

https://ostallgaeu-kaufbeuren.bund-naturschutz.de/aktiv-werden.html

https://www.alpenverein-kaufbeuren-gablonz.de/der-verein/naturschutz-biotope.html

Neben dem Kaiserweiher ist auch die Wertach ein wichtiges Thema, das Tim Appelt und unser GreenTeam am Herzen liegt:

Mehr zur Wertach auch bei „Buron am Wertachstrand“ mit Peter Konrad.

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