Kaufbeuren will sich als „Weltoffene Kommune“ beweisen

Mit einer einstimmig im Verwaltungsrat beschlossenen Vorlage bekennt sich die Stadt Kaufbeuren zum Leitmotiv der „weltoffenen Kommune“. Damit verbunden ist die Bewerbung für das gleichnamige Modelprojekt im Rahmen des „Nationalen Aktionsplans Integration“. Eine Teilnahme würde unter anderem bedeuten, in einer bis zu 6-monatigen Projektphase die Integrations- und Diversitätsarbeit in Kaufbeuren einem Selbstcheck zu unterziehen und weiter zu entwickeln. Bei erfolgreichem Projektabschluss kann sich die Stadt offziell als „Weltoffene Kommune“ präsentieren und profitiert von Wissensaustausch aller beteiligten Kommunen.

Bundesweit werden ab dem 15. September 40 Kommunen für das Modellprojekt ausgewählt, wobei je Bundesland 2–3 Städte infrage kommen und gezielt nicht nach Großstädten gesucht wird. Anders als bei vergleichbaren Projekten üblich, richtet sich das von der Bertelsmann Stiftung durchgeführte Angebot nicht nur an die Verwaltung, sondern direkt an politische Entscheidungsträger und die Stadtgesellschaft. Bis zu 50 Personen aus dem Stadtrat, der Verwaltung und zivilgesellschaftlichen Organisationen können an einem Workshop teilnehmen und alle Akteure werden über vier bis sechs Monate in ihrem Engagement für eine zukunftsorientierte Gestaltung der Stadt hin zu Weltoffenheit und Vielfalt unterstützt.

Durch weitere Veranstaltungen und interkommunalen Austausch sollen kommunale Entscheidungsträger*innen darin gestärkt werden, auch einer aufgeheizten gesellschaftlichen Debattenlage sich mit klarer Haltung für Weltoffenheit sowie gegen Ausgrenzung und Rassismus zu positionieren.

Zusammenleben in Vielfalt

Die antragsstellenden Fraktionen der Grünen/FDP und der CSU machten deutlich, dass sich Kaufbeuren ideal für das Modellprojekt eignet: Seit Jahrzehnten habe die Stadt Offenheit bewiesen, Menschen aus aller Welt (118 Nationalitäten) ein neues Zuhause gegeben und die Wirtschaft Kaufbeurens pflege mit großem Erfolg interkulturelle Geschäftsbeziehungen. Zum einen könne das Projekt die gute Arbeit der Stadt bestätigen, zum anderen erwartet man sich neue Erkenntnisse, um die Arbeit noch weiter zu verbessern.

„Weltoffene Kommunen setzen sich proaktiv für eine Kultur und Politik ein, die die Zugehörigkeit aller Einwohner*innen zum Gemeinwesen vor Ort und ein Zusammenleben in Vielfalt unabhängig von Herkunft, Weltanschauung und Religion ermöglichen und fördern“
(Leitmotiv des Modellprojekts „Weltoffene Kommune“, zu dem sich die Stadt Kaufbeuren bekennt)

Auch der Beauftragte für offene Gesellschaft, Martin Valdez-Stauber (SPD), und der Beauftragte für Städtepartnerschaften, Ernst Holy (KI), unterstützten den Antrag mit Stellungnahmen, in denen sie auf positive Beispiele aus dem Vereins- und Kulturleben sowie die gewinnbringende Fortentwicklung des Integrationsbeirates verwiesen. Die Beschlussempfehlung von Referatsleiter Alfred Riermeier betonte zudem die bisherigen Erfahrungen der Stadt Kaufbeuren als „Ort der Vielfalt“ und als „Fairtrade-Stadt“.

Nach dem einstimmigen Beschluss des Verwaltungs-, Finanz- und Stifungsausschuss in der Sitzung am 08.09.2020 wird die Bewerbung für das Modellprojekt in die Wege geleitet. Dem gesamten Stadtrat wird der Antrag am 22.09.2020 vorgelegt.

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