Forettle: Wir bekommen nun etwas, was wir nicht brauchen, und was uns auch nicht weiterbringt.

Fraktionsvize Schill

Fraktionsvize Schill

In der Sitzung des Stadtrats am 16. Dezember 2014 stand – nun wohl zum letzten Mal – das Thema „Fachmarktzentrum” im Forettle auf der Tagesordnung. Genau jenes Fachmarktzentrum, das – wie wir alles wissen – längst zu einem Einkaufszentrum mutiert ist.

In dieser Sitzung gelang es der Mehrheit von CSU und KI, die baurechtlichen Vorsaussetzungen zu schaffen, damit der Berliner Investor Aldinger sein „Forettle-Center” errichten darf.

Vor der Abstimmung machte Fraktionsvize Oliver Schill jedoch noch einmal deutlich, was Bündnis 90/Die Grünen von diesem Projekt halten: Nämlich nichts. Schill wörtlich: „Klar, dieses Projekt bringt einen Nutzen. Die Frage ist nur: Für wen?”

Da wäre zunächst einmal der Verkäufer der Fläche. Dann der potentielle Bauunternehmer. Der hat sich in einem fraktionsübergreifenden Gespräch beim OB im April diesen Jahres ja bereits vorgestellt. Und natürlich der Investor aus Berlin, der selbstredend mehr Geld mitnehmen als reinstecken möchte. Schließlich ist das der Sinn und Zweck einer Investition. Und ein Investor ist gerade eben kein Heilsbringer.

„All diese Personen vertreten vollkommen zu Recht ihre eigenen Interessen. Nur unsere Aufgabe im Stadtrat ist es eben nicht, deren Interessen zu vertreten, sondern die Interessen der Allgemeinheit”, so Schill weiter in der Stadtratsitzung. „Wenn wir also diesen Personen die ‚Lizenz zum Geld drucken’ erteilen – und nichts anderes tun wir, wenn wir ein Sondergebiet Einzelhandel ermöglichen -, dann lautet doch die entscheidende Frage: Bringt dieses Projekt einen Nutzen für die Allgemeinheit, für unsere Stadt?”

Dieses Nutzen können Bündnis 90/Die Grünen in keiner Weise erkennen. Im Gegenteil. Von zentraler Bedeutung sind für uns dabei zwei Aspekte:

  • Die städtebauliche Fehlentwicklung für das gesamte Areal. Der geplante massive Baukörper riegelt das gesamte Forettle samt dem dahinterliegenden Gebiet gegenüber der Altstadt ab. Von Durchwegung und gar grüner Anbindung kann nicht die Rede sein! Für uns bleibt das ganze Ding eine Schuhschachtel mit vorgelagertem Autoparkwahnsinn.
  • Die Gefahr für unsere Altstadt hervorgerufen durch Umsatzverlagerungen. Und bitte nicht zu vergessen, dass wir der Altstadt zwar mit einer Erneuerung der Fußgängerzone helfen wollen. Wir tun dies nun aber zum genau schlechtesten Zeitpunkt: Wir setzen den Händlern einen riesigen Verkaufskasten vor die Tür und gleichzeitig reißen wir die Straße vor den Ladentüren auf. Da kann man sich gut ausrechnen, wohin die Kunden flüchten werden.

„Wir Grünen werden heute konsequenterweise gegen das Vorhaben stimmen. Doch wir sind uns klar: Ändern werden wir mit unseren vier Stimmen leider nichts. Das bedeutet: Wir bekommen nun etwas, was wir nicht brauchen. Und wir bekommen etwas, was uns nicht weiterbringt”, so das abschließende Fazit unseres Fraktionsvizes Oliver Schill.

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