Oliver Schill Fahrradfreundlichkeit Kaufbeuren Radwegekonzept

Kaufbeuren muss fahrradfreundlicher werden

Schlechte Noten für Kaufbeuren: Der ADFC-Fahrradklima-Test zeigt akuten Handlungsbedarf in der kreisfreien Stadt. Bayernweit liegt Kaufbeuren in Sachen Fahrradfreundlichkeit mit einer Bewertung von 4,2 nur auf Rang 27 von 33 vergleichbaren Städten.

In Bayern wird Infrastruktur nach wie vor fürs Auto, nicht fürs Fahrrad geplant. Das zeigt die ernüchternde Umfrage des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs: Die Zufriedenheit der 170.000 Teilnehmenden mit der Rad-Infrastruktur hat sich in Bayern und Deutschland verschlechtert. Radfahrende fühlen sich im Verkehr zunehmend unsicher. Die Stadt Kaufbeuren erreicht in der Gesamtwertung des Tests nur die Note 4,2 und schneidet auch im Vergleich mit ähnlichen Städten sehr schlecht ab.

Oliver Schill, unser Fraktionsvorsitzender im Stadtrat Kaufbeuren, erläutert den Handlungsbedarf:

„Es ist gut, dass wir ein Radwegekonzept auf den Weg gebracht haben. Entscheidend wird sein, dass wir dieses dann auch konsequent umsetzen. Die Weichen hierfür werden mit der Kommunalwahl im Frühjahr gestellt. Jede Stimme entscheidet, ob das Konzept in der Schublade landet, oder mit uns tatsächlich auf die Straße gebracht wird.“

Insbesondere die Führung der Radwege bei Baustellen und die Möglichkeiten, das Rad im öffentlichen Nahverkehr mitzunehmen, werden in Kaufbeuren negativ bewertet. Doch auch die Breite der Radwege und die Ampelschaltungen sind mangelhaft. Erst kürzlich kam auch bei der Bürgerinnenversammlung zur Sprache, dass etwa die Höhenunterschiede zwischen Fuß- und Radwegen an mehreren Straßen eine Gefahr darstellen.

Fahrradfreundlichkeit Kaufbeuren

Kurzüberblick über das Ergebnis Kaufbeurens beim ADFC Fahrradklima-Text. Klick auf das Bild öffnet das Gesamtergebnis als PDF.

Seit der letzten Auswertung des ADFC 2012 hat sich das Ergebnis der Stadt nochmal deutlich verschlechtert, was einem bayernweiten Trend entspricht.

Eike Hallitzky, Landesvorsitzender der Grünen in Bayern, kommentiert:

„Es ist die Folge langjähriger politischer Ignoranz, dass Radfahrenden wörtlich Steine in den Weg gelegt werden. Alle wissen, dass das Fahrrad die umweltfreundlichste, gesündeste und in Städte die schnellste Mobilität ist. Die Lösung der durch steigenden Autoverkehr ausgelösten Verkehrsprobleme in den bayerischen Städten ist nicht denkbar ohne eine massive Ausweitung des Fahrradanteils. Deshalb geben wir GRÜNE dem Radverkehr die höchste Priorität.
Der Radverkehr braucht endlich eine zeitgemäße Infrastruktur. Dazu gehören eigene, sichere Radwege an allen Hauptstraßen, ein dichtes Netz an Radschnellwegen und fahrradfreundliche Ampelschaltungen. Damit Rad und öffentliche Verkehrsmittel miteinander kombiniert werden können, fordern wir die kostenlose und komfortable Fahrradmitnahme im Schienennahverkehr. “

Hier finden Sie das Ergebnis der Stadt Kaufbeuren als PDF: https://object-manager.com/om_map_fahrrad_if_2018/data/2018/Kaufbeuren.pdf

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