Erst Mediamarkt, dann Expert und jetzt nichts?

Das geplante Fachmarktzentrum:
Bald nur noch eine leere Schachtel?

Spitze-Kf-Webseite-OALEin Magnet, ein Anker – das sollte es ursprünglich werden, das geplante Fachmarktzentrum im Forettle. Angetreten mit diesem Versprechen war der Berliner Investor Aldinger. Doch schon bald war klar: Mediamarkt kommt nicht ins Fachmarktzentrum nach Kaufbeuren. Geplant sei lediglich der Umzug des in Kaufbeuren bereits ansässigen Elektrofachmarkts Expert. Dieser will, so hat man die Stadträte und die Bürgerinnen und Bürger informiert, von der Sudetenstraße ins geplante Fachmarktzentrum ziehen. Also weg aus der gerechten Mitte zwischen Neugablonz und Kaufbeuren, ab in Richtung Spittelmühlkreuzung.

Schon seit längerem wurde darüber spekuliert, ob Expert tatsächlich seinen Standort direkt an der B12 zugunsten eines fragwürdigen Investorenprojektes aufgeben würde. „Spekulationen und Gerüchte sind keine Basis, auf der sich zuverlässig vernünftige Entscheidungen treffen lassen“, so die Meinung des stellvertretenden Fraktionssprechers Oliver Schill. „Ich arbeite lieber mit Informationen aus erster Hand.“ Schill setzte sich deshalb kurzerhand mit der Firma Gebrüder Immler aus Isny in Verbindung, dem Eigentümer und damit Vermieter des Expert-Geschäftsgebäudes in der Sudentenstraße. Dies mit dem Ziel, Spekulationen ein Ende zu setzten.

Überrascht war Schill, was er zu hören bekam und sich schriftlich bestätigen ließ: Expert wird langfristig am bestehenden Standort in der Sudetenstraße bleiben. Dies haben Nachverhandlungen ergeben, die bereits in einem von beiden Seiten unterschriebenen Vertrag gemündet haben. Außerdem gaben die Gebrüder Immler bekannt, dass ihres Wissens nach für Kaufbeuren kein weiterer Standort durch Expert, z. B. am Forettle, geplant sei.

Die Fraktionssprecherin Ulrike Seifert überrascht: „Es scheint, als ob die Bürgerinnen und Bürgern beim geplanten Bürgerentscheid nicht über ein Fachmarktzentrum, sondern über eine leere Schachtel entscheiden werden.“

Unabhängig davon stehen folgende Fragen im Raum:

  • Seit wann ist der Stadtverwaltung und dem Oberbürgermeister dieser Umstand bekannt?
  • Wann hätte man darüber nachgedacht, zumindest die jeweiligen Fraktionssprecher darüber in Kenntnis zu setzen?
  • Oder wurden bereits bestimmte Fraktionssprecher im Sinne von „teile und herrsche“ informiert?

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