Wie kann Pflege auch in Zukunft verlässlich, bezahlbar und menschlich gestaltet werden? Mit dieser wichtigen Frage beschäftigte sich eine Informationsveranstaltung der Initiative „Buronia ruft“, einem Zusammenschluss politisch engagierter Frauen in Kaufbeuren, im Heinzelmannstift.
Als Referierende gaben Christine Aernecke-Rottach, Leiterin des Heinzelmannstifts und Mitglied der Grünen Kaufbeuren, sowie Philipp Berlin von Home Instead Einblicke in die geplante Pflegereform und deren mögliche Auswirkungen. Im Mittelpunkt stand dabei das geplante Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG), das die Pflegeversicherung langfristig finanziell stabilisieren und bestehende Leistungen neu strukturieren soll.
In der angeregten Diskussion wurden Chancen und Herausforderungen der Reform beleuchtet. Dabei stand besonders die Frage im Vordergrund, wie die Versorgung von Pflegebedürftigen auch künftig sichergestellt und pflegende Angehörige wirksam entlastet werden können. Deutlich wurde, dass eine zukunftsfähige Pflegepolitik nicht allein von finanziellen Rahmenbedingungen abhängt, sondern vor allem von verlässlichen Unterstützungsangeboten vor Ort.
Ein weiterer Schwerpunkt der Veranstaltung lag auf den bestehenden Pflege- und Hilfsangeboten in Kaufbeuren sowie auf der Situation pflegender Angehöriger. Besonders Frauen leisten nach wie vor einen großen Teil der unbezahlten Sorgearbeit. Die Teilnehmenden diskutierten deshalb auch darüber, wie diese wichtige gesellschaftliche Aufgabe stärker anerkannt und unterstützt werden kann.
Zum Abschluss nutzten die zahlreichen Besucherinnen und Besucher die Gelegenheit, ihre Fragen direkt an die Fachleute zu richten. Auch Vertreterinnen und Vertreter der AOK sowie des Pflegestützpunkts Ostallgäu standen für Informationen und Gespräche zur Verfügung.
Die Veranstaltung machte deutlich:
Gute Pflege braucht nicht nur eine solide Finanzierung, sondern vor allem Menschen, die Verantwortung übernehmen, sowie starke Unterstützungsstrukturen vor Ort.
Der offene Austausch zeigte, wie wichtig es ist, die anstehenden Veränderungen gemeinsam zu begleiten und die Interessen von Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen in den Mittelpunkt zu stellen.