Unter dem Titel „Pflege im Fokus“ hatte Bürgermeister und Oberbürgermeisterkandidat Oliver Schill ins „Grüne Wohnzimmer“ eingeladen. Gemeinsam mit Bettina Aernecke-Rottach, Leiterin des Heinzelmannstift Kaufbeuren, und Michael Feistl vom Hospizverein Kaufbeuren-Ostallgäu diskutierte er über die Zukunft der Pflege in Kaufbeuren.
Deutlich wurde: Die Herausforderungen sind groß. Zwar entstehen durch die Erweiterung der Hospitalstiftung im Gartenweg 15 neue Pflegeplätze, das ist ein wichtiger Schritt. Doch insbesondere bei der Kurzzeitpflege bleibt die Lage angespannt. Die Hospitalstiftung stellt drei feste Kurzzeitpflegeplätze zur Verfügung. Darüber hinaus gibt es lediglich so genannte eingestreute Kurzzeitpflegeplätze. Diese Plätze werden quasi aus regulären Heimplätzen „abgezwackt“. Sie sind folglich nicht fix buchbar. Für Angehörige bedeutet das Unsicherheit und schwierige Planbarkeit.
Für Schill ist klar: „Pflege darf nicht zur Privatsache einzelner Familien werden. Sie ist Teil unserer kommunalen Daseinsvorsorge.“ Sein zentrales Anliegen ist deshalb der Aufbau einer starken Beratungs- und Lotsenstelle. Diese soll Pflegebedürftige und Angehörige durch das komplexe System aus Anträgen, Leistungen und Einrichtungen begleiten – niedrigschwellig, persönlich und verbindlich.
Vorbild ist für ihn der Landkreis Ostallgäu, wo Pflegelotsen Familien sogar zuhause beraten und konkret unterstützen. „Ein solches Angebot brauchen wir auch in Kaufbeuren“, so Schill. Ergänzend setzt er sich für vertraglich gesicherte Kurzzeitpflege-Kontingente, den Ausbau ambulanter und tagespflegerischer Angebote sowie eine Stärkung der Pflegeausbildung ein.
Sein Versprechen: „Niemand soll in Kaufbeuren daran scheitern, dass Pflege gebraucht wird, aber kein Platz zu finden ist.“