Wettbewerb Fußgängerzone: Gemeinsam entscheiden.

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Zusammenarbeit aller Fraktionen ermöglichen. Preisgericht durch Fachkompetenz stärken.

Am 8.7.2015 wird der Bauausschuss eine Empfehlung an den Stadtrat abgeben, wer über den Sieger beim Wettbewerb zur Fußgängerzone entscheiden darf.

Die Sanierung der Fußgängerzone ist für die Zukunft Kaufbeurens von besonderer Bedeutung. Die Stadt will damit ihre „urbane Mitte“ fit machen für die Zukunft. Doch gibt es bei diesem Projekt eine Vielzahl an Beteiligten und Betroffenen. Unterschiedliche Perspektiven gilt es zusammen zu bringen. Damit dies bestmöglich gelingen kann, empfehlen die Grünen, das Preisgericht möglichst breit aufzustellen, so dass alle im Stadtrat vertretenen Fraktionen gemeinsam entscheiden können.

„Wir wollen möglichst viele Sichtweisen hineinbringen und dadurch die vom Stadtrat vertretene Bevölkerung und ihre Anliegen gemeinsam bestmöglich vertreten“, erläutert Fraktionsvize Oliver Schill diese Empfehlung. „Zugleich wollen wir damit ein Zeichen setzen. Ein Zeichen dafür, dass wir, der gesamte Stadtrat, es verstehen, bei einem für unsere Stadt so wichtigen Projekt fraktionsübergreifend zusammenzuarbeiten.“

Außerdem halten die Grünen es für wichtig, das Preisgericht durch externe Fachkompetenz zu stärken. „In Sachen Denkmalschutz hat die Verwaltung bereits gut vorgedacht“, berichtet Fraktionsvorsitzende Ulrike Seifert. „Hier soll das Landesamt für Denkmalpflege einbezogen werden.“

Barrierefreiheit ist Schlüsselthema.

Doch kann man bei so einem wichtigen Projekt nie genug Expertise von außen hinzuziehen. Deshalb Ulrike Seifert weiter: „Da bei der Fußgängerzone die Barrierefreiheit ein Schlüsselthema ist, sollten wir unbedingt die bayerische Expertin auf diesem Gebiet als Beraterin gewinnen.“ Die Grünen werden daher vorschlagen, die Architektin und Diplomingenieurin (FH) Christine Degenhart als Beraterin für das Preisgericht zu berufen. Sie ist Sprecherin der Beratungsstelle Barrierefreiheit bei der Architektenkammer Bayern und zugleich Mitglied im Ausschuss „Barrierefreies Bauen“ beim Deutschen Institut für Normung (DIN). „Mit ihrer Berufung wollen wir auch ein Zeichen dafür setzen, dass barrierefreies Bauen als Bauen für alle verstanden wird. Unsere Fußgängerzone soll so gestaltet werden, dass sie für alle Bürgerinnen und Bürger bestmöglich zugänglich wird.“ Dies schließt Menschen mit Beeinträchtigungen natürlich mit ein.

Städtebau für Frau und Mann.

Bereits im Jahr 2003 stellte das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) ein Projekt auf die Beine, das sich um „Frau und Mann“ im Städtebau kümmerte. Ziel war es, die unterschiedlichen Lebenssituationen sowie Bedürfnisse von Frauen und Männern im Städtebau zu berücksichtigen. Und zwar nicht nur auf Papier, sondern ganz konkret in der kommunalen Planungspraxis. „In Kaufbeuren haben wir nun die einmalige Gelegenheit, dass wir von den Ergebnissen dieser Praxisforschung profitieren können“, ist Oliver Schill überzeugt. „Deshalb schlagen wir vor, Frau Dr. Marion Klemme vom BBSR zu berufen.“ Frau Dr. Klemme leitet das Referat Stadtentwicklung, in dem federführend das Forschungsfeld experimenteller Wohnungs- und Städtebaus betreut wird, dies bis hin zu konkreten städtebaulichen Projekten in der kommunalen Praxis („best practice“-Beispiele).

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