FRAUEN reden MIT! Bürgerinnenversammlung am 09.10.2014

Dabeisein! – Mitreden! – Mitentscheiden!

Der OB der Stadt Kaufbeuren, die Gleichstellungsbeauftragte und das Frauen_Forum Kaufbeuren laden alle Frauen zur ersten Bürgerinnenversammlung in Kaufbeuren ein am

Donnerstag, 09.10.2014, 20 Uhr,
in die Aula der Jörg-Lederer-Mittelschule,
Neugablonzer Straße 42.

Als Partnerin des Frauen_Forums haben wir GRÜNEN an der Konzeption und Idee der Bürgerinnenversammlung mitgearbeitet und freuen uns, wenn viele Frauen kommen um ihre Anliegen vorzubringen und ihre Sichtweisen zur Stadtentwicklung einbringen.

Tatsache ist: Obwohl mehr als die Hälfte der Bevölkerung Frauen sind, nehmen an der traditionellen Bürgerversammlung nur wenige Frauen teil. Und die, die da sind, melden sich selten zu Wort. Gerade in unserem direkten Umfeld ist es aber besonders sinnvoll dafür zu sorgen, dass die Sichtweisen und Ideen von Frauen berücksichtigt und ernst genommen werden.

So kann es zum Beispiel um ausreichende Kinderbetreuung und Spielmöglichkeiten gehen. Sie wollen Kaufbeuren frauen-, kinder – und familienfreundlicher gestalten? Sie vermissen etwas in ihrem Wohnumfeld und haben Ideen, die Sie ihren gewählten Vertretern vorstellen möchten.

Was wünschen sich Frauen von ihrer Kommune?

Aufenthaltsqualität: Mehr Grün und schöner gestaltete Plätze, auf denen Frauen sich auch mal hinsetzen können, öffentliche Toiletten, Treffpunkte für Frauen ohne Konsumzwang stehen meist ganz vorne auf der Wunschliste.

Das Thema Sicherheit beschäftigt viele: Frauen drängen darauf, dass sogenannte Angsträume aufgelöst werden, damit sie abends beruhigt unterwegs sein können. Dafür brauchen sie: gut beleuchtete Unterführungen, Rad- und Fußwege, von denen aus man Kontakt zu Wohnhäusern hat und auf denen man nicht abgeschottet und mit einem mulmigen Gefühl unterwegs sein muss. Ebenso Bushaltestellen, die nicht abgelegen sind.

Wie der öffentliche Nahverkehr ausgestattet ist, hat für Frauen einen besonderen Stellenwert.  Der öffentliche Personennahverkehr wird zu mehr als zwei Dritteln von Frauen und Kindern genutzt.

Welche Auswirkungen haben Planungen auf Frauen, welche auf Männer?

Frauen sind alles andere als eine Randgruppe. Dass ihre Bedürfnisse in die Städteplanung einfließen, sollte selbstverständlich sein. „Gender Planning“ heißt der etwas sperrige Begriff, an dem sich die Städteplaner auch laut Baugesetzbuch orientieren sollen. „Es geht darum, dass bei der Stadtplanung und ihren Auswirkungen von vorne herein auf beiderlei Geschlechter geschaut wird. Also wie sind Jungen und Mädchen von einer Maßnahme betroffen und wie Männer und Frauen. Mit den Planungsverantwortlichen der Gemeinde enden. An diese können die Teilnehmerinnen ihre Bedürfnisse so direkt weitergeben.

Neugestaltung für die Zukunft – Stadt der kurzen Wege

Alten- und Servicezentrum und die Menschen, Generationenhäuser, Umnutzungen, barrierefreie Umgebung. Räumliche Trennung von Arbeiten, Erholen und Wohnen: Reine Wohngebiete am Stadtrand entstanden, lange Autofahrten waren die Folge für die Idylle im Grünen. Häufig wurde dabei übersehen, dass der häusliche Bereich für viele Frauen zumindest ein Teil ihres Arbeitsplatzes ist. Seit den Achtzigerjahren heißt das Leitbild eher „Stadt der kurzen Wege“. In einem Viertel sollte man möglichst alles finden können: Wohnungen, Grünflächen und Parks für die Freizeit, Geschäfte für den täglichen Bedarf und Arbeitsplätze. Das erleichtert es gerade Müttern, Beruf und Familie zu vereinbaren.

Um allen Bürgerinnen die Möglichkeit zu geben, mit ihren Anliegen gehört zu werden und mit den politischen Entscheidungsträgern direkt ins Gespräch zu kommen initiiert das Frauen_Forum Kaufbeuren – als vereins- und parteiübergreifendes Forum für Frauen -unter dem Motto „Hingehen! Jetzt haben Sie das Wort!”. Also eine Bürgerinnenversammlungen speziell für Frauen.

Die Tagesordnung sieht neben Informationen des Oberbürgermeisters zu kommunalen Projekten auch jede Menge Zeit für Fragen und Anliegen der Bürgerinnen vor. Laut Stadtratsverordnung müssen Anträge, die dort gestellt werden, später dann im Stadtrat behandelt werden.

Mit der Bürgerinnenversammlung möchte das Frauen_Forum erreichen, dass der weibliche Blickwinkel von den Kommunalpolitikern mehr beachtet wird und Probleme und Wünsche von Frauen – und damit meist auch Familien und Kindern – zur Sprache kommen und ernst genommen werden.

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