Den Bahnhof kaufen und endlich zu unserer Sache machen.

Seit Jahren ist bekannt, dass beim Kaufbeurer Bahnhof Handlungsbedarf besteht – und zwar in alle Richtungen. Der aktuelle und wiederholte Leerstand im Kiosk-Bereich ist nur ein weiteres Kapitel beim diesem Trauerspiel. Jedoch gab dies unserem Fraktionsvorsitzenden Oliver Schill Anlass für eine Anfrage im Verwaltungsausschuss des Kaufbeurer Stadtrats. Zum einen war mir ihm ein Anliegen, auf diese für die zahlreichen Pendler mehr als unbefriedigende Situation hinzuweisen. Eine Situation die einer kreisfreien Stadt unwürdig ist. Zum anderen bat Schill die Stadtspitze um Aufklärung und erwartete ein Engagement für unsere Bürger anstelle von sich wiederholenden und damit ermüdenden Nicht-Zuständigkeits-Erklärungen.

Auf Anfrage nahm unser Fraktionsvorsitzender gegenüber dem Kreisboten zu diesem Thema gerne Stellung:

„Mit dem üblichen verbalen Ausweichmanöver ‚wir sind nicht zuständig’ ist unseren Bürgern nicht geholfen. Wir sind vielleicht nicht zuständig, aber wir sind betroffen. Und genau deshalb sind wir in Verantwortung, in Verantwortung für unsere Stadt und unsere Bürger. Insbesondere für diejenigen, die Tag für Tag die Last auf sich nehmen, nach München oder Augsburg zu pendeln, weil wir ihnen vor Ort keine Arbeit bieten können. Genau deshalb sollten wir den Bahnhof zu unserer Sache, zu unserem Bahnhof machen!

Freilich, der Bahnhof gehört der Bahn. Doch die Bahn ist in Eigentum des Bundes, gehört also uns allen. Unsere Abgeordneten, egal welcher Partei, sollten deshalb alles daran setzen, dass wir das Gelände erwerben können und zwar zu einem fairen Vorzugspreis. Schließlich kann es nicht Sinn sein, dass eine Bahn in Staatshand zulasten einer armen Stadt Gewinne macht.

Nach einem Kauf hätten wir es dann in unserer Hand, dem Trauerspiel Bahnhof ein Ende zu setzen. Ich bin überzeugt, dass wir dann auch in Sachen Barrierefreiheit einen Schritt weiterkämen. Zudem könnte uns der Freistaat als Mieter aktiv unterstützen, wenn wir dessen neues  Behördenzentrum in ein neues Bahnhofsgebäude integrieren, anstatt es auf der gegenüberliegenden Straßenseite isoliert zu platzieren.

Der stete Ruf nach einem privaten Investor hingegen gleicht dem Warten auf den weißen Ritter. Doch Politik ist für mich nicht hoffnungsfrohes Warten, sondern Handeln. Und zwar hier vor Ort und heute. Deshalb: Lasst uns alle Weichen auf ‚Bahnhof kaufen’ stellen. Der Investor sollten wir selbst sein. Wir haben es geschafft, ein Eisstation zu stemmen. Dann werden wir es wohl auch mit einem viel kleineren Bahnhof schaffen.”

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